DIY und so.

Ich bin begeistert! Richtig sogar.
Der Zaun. Der ist noch nicht ganz tot, aber halb. Also, wenn es nicht schlimmer wird, hält er noch ein paar Jährchen. Das heißt, ich muss dafür sorgen, dass es nicht schlimmer wird.
Also nochmal lacken? Mitnichten. Lack im Außenbereich ist eh nicht wirklich langfristig haltbar. Dazu ist es so, dass wenn ich das alte und rissige Holz lackiere, wird es fleißig weiter reißen. Der Lack also zeitnah wieder blättert. Dickschichtlasur? Gehört meiner Meinung nach verboten, weil sie zu nichts gut ist, außer schön auszusehen, kurzfristig. Es schmiert das Holz dicht und wie bei Lacken ist es so, dass es blättert auf dem Untergrund, den ich gerade zur Verfügung habe. Normale Lasur? Bringt noch weniger. Ich könnte es mit meinem Kalklack versuchen, was wahrscheinlich besser halten würde, als alles Käufliche, aber nein. Das ist nicht das richtige.
Ich mutiere mehr und mehr zum Bauöko.
Ölfarbe. Damals – ich bin echt alt – als ich das erste mal selbst etwas anpinseln wollte, ich war wohl fünfzehn Jahre jung oder so. gab es sie noch zu kaufen. Auch wenn es da schon Kunstharzlacke gab, man verwendete sie noch. Bis sie schließlich in Vergessenheit geriet. Will man heute gute Ölfarbe kaufen, bestellt man die am besten in Schweden. Kein Witz. Wir Deutschen haben da auf voller Linie verkackt.

So kaufte ich Leinöl. Schlichtes Leinöl. Dazu Titandioxyd … das ist das Zeug, mit dem man Zahnpasta und so herstellt – ja, ich weiß, es soll krebserregend sein. Aber! Man soll Zahnpasta ja auch nicht essen und es wird ganz sicher niemand am meinem Zaun lutschen und da Titandioxyd nicht wasserlöslich ist, würde selbst in dem Fall, jemand hätte das Bedürfnis dran zu lecken, nichts passieren.

Frisch ans Werk. Öl in einen kleinen Eimer, Pigmente dazu, umrühren. Und was soll ich sagen? Ohne, dass ich die Farbe habe sumpfen lassen (was man 24 Stunden machen sollte) deckt die jetzt schon gar fantastisch. Der einzige Unterschied zu gekaufter Ölfarbe ist der, dass ich keine Härter drin habe. Unter 48 Stunden Trocknungszeit geht da also nichts. Ich könnte noch Sikkative zugeben, aber wofür? Das trocknet schon irgendwann.
Achso, noch schnell erzählt, was Ölfarbe kann, das anderes Zeugs nicht kann.
Sie bleibt elastisch und reißt nicht.
Sie ist trotz deckenden Anstrichs diffusionsoffen.
Und sie ist ein natürlicher Holzschutz. Dazu hat Titandioxid es einen weiteren Brechungseffekt als jedes andere Pigment, ist also weißer. Was es in der Anwendung sparsam macht.
Passt.

 

Und falls sich wer wegen gestern wundern.
Nein, ich streiche das Haus nicht bunt. Allein deswegen, weil ich dann sicher keinen Schutzstatus fürs Häuschen kriege. Aber mal so unter uns: Ich hätte schon Bock auf bunt.

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Basteln mit Frau Dingens

Ich hab da ein paar Projekte. Neulich, ich hatte Basteltag, hab ich ein Whiteboard gemacht. Ich finde die Teile ober praktisch, aber auch potthässlich. Also: Alter güldener Bilderrahmen mit Glasscheibe, Scheibe (Rückseite) einpinseln mit Kreidefarbe, fertig. Ne, Foto habe ich nicht, aber wenn ich zufrieden bin, ist das schon richtig 😉 Da meine Farbe mich quasi nichts kostet und der Bilderrahmen auf Halde lag … 0,50 Euro hat mich die Tafel wohl gekostet.
Tja und jetzt? Ich habe Baupause (fragt nicht, ich muss [sollte, ich muss gar nichts] Arbeits- und Ruhezeiten 1:1 auspendeln und auch einhalten). Ich wusste, dass das zwei Wochen Pause bedeutet. Also dachte ich, ich nehme die Nähmaschine mit. Hab ich doch endlich Stoff gefunden, der gut in die Wohnküche passt, und wollte Vorhänge nähen. Nähmaschine vergessen.
Da irgendwie alles, womit ich kreativ werden könnte, im Häuschen ist, steh ich da mit freundlichem Gesicht. Eine Woche gar nichts machen geht ja noch, aber mehr?
Ton kaufen. Entwürfe überlegen und anfertigen und dann in Produktion gehen. Von was? Fliesen. Ernsthaft. Dass ich auf die Idee nicht vorher gekommen bin; ich hätte mir die Rennerei wegen des Bades sparen können.
Ich erklär mal, was ich vorhabe. Unten im Flur ist der Anschluss für die Waschmaschine. Und da liegt er auch genau richtig. Ich fand das erst doof, aber so konnte ich den Platz in der Küche (die ja nur unwesentlich mehr als sechs Quadratmeter hat) und im Bad (mit sieben) voll ausnutzen, ohne daran denken zu müssen, wie ich die Waschmaschine da unterbringe.
So. Nun ist es aber doof im Eingangsbereich (der ja, egal wie groß oder klein er ist) die Visitenkarte eines jeden Hauses ist, macht sich eine Waschmaschine da nicht so doll.
Dazu dachte ich: Geschirrspüler ist auch nicht verkehrt. Mag sich komisch anhören, den Geschirrspüler in die „Waschküche“ zu stellen, hatte ich aber früher – da hatte ich auch eine solche Zwergenküche – schon, und ich fand das ganz praktisch. Also sollen Waschmaschine und Geschirrspüler in den Flur. Hm?!
Hatte ich überhaupt gezeigt, wie ich das mit der Küche final gelöst habe? Ich wollte es ja nur halboffen haben. Falls ja, sorry für die Wiederholung.

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Wo ich das gerade sehe, ich hab immer noch keine passende Lampe … Nicht vergessen, sowas guckt sich schnell weg.

So. So und nicht anders werde ich das auch im Flur machen. Ich mauere die Maschinen ein, baue eines der alten Stallfenster ein, hau mir noch eine Arbeitsplatte über die Geräte und et voilà: Fertig ist die schön verpackte „Waschküche“.
Falls da doch mal jemand genauer hinschaut, soll das Ganze bitte ansehnlich sein. Nicht nur dafür, ich mag es auch in der Ecke schön haben.
Und dafür brauche ich Fliesen. Ja, die müssen dafür nicht sonderlich schön sein. Eigentlich bekommt die niemand außer mir zu sehen, aber da ich grad eine Pausenbeschäftigung suche …
Der Bau der Waschküche wird nicht morgen sein. Das ist nach hinten gerückt, weil es ist Sommer. Und was sollte man machen, wenn es schön ist? Richtig, Außenarbeiten. Das Baugerüst darf kommen. Leute. Mir geht jetzt schon die Düse. Ihr wisst ja, ich bin null kopffest 😮

Ausgangssituation Flur, oder – wie ich es nenne – Vorhof zur Hölle:

Mein Neuer kann auch blasen

Jaja, ganz flaches Niveau, aber so isse nun mal.
Nachdem ich jetzt den zweiten Staubsauger verheizt habe – Kalkstaub ist da echt ein Mörder -, hat Herr F. gemeint, es müsse was gescheites her. Wusstest ihr, dass es blasende Staubsauger gibt? Da saugst du das Haus, holst damit das Wasser mit aus dem Keller oder pustest das Laub mit weg. Wobei ich letzteres nie tun werde! Nie! Ich bin gespannt, ob das teure Teil mehr kann, als seine günstigen Artgenossen. Oder zumindest länger überlebt.

Schreibfaul. Was ein Elend. Wollt ihr mal einen Einblick in das dahinter?
Das fing damit an, dass ich vor ein paar Wochen ins Haus fuhr. Ich sah das Elend kommen. Dachte noch: Brems doch! Und dann knallte der LKW schräg vor mir (er rechts, ich in der Mitte) ungebremst aufs Stauende. Er war sofort tot. Wer mich kennt, weiß, dass ich da empfindlich bin. Sehr sehr empfindlich. Und irgendwie hatte ich keine Lust das zu erzählen, aber auch keine Lust, darüber hinwegzusehen. Da ist vor meiner Nase ein Mensch gestorben, verdammte Scheiße!

Wobei es so viel Spannendes auch nicht gab. Ich hab halt das Übliche gemacht. Verputzen, Streichen, Lasieren, Lackieren. Und putzen. Ich putze und putze und putze und hoffe irgendwie, dass ich irgendwann mal gegen den Baustaub gewinnen werde. Da zähle ich auf den Neuen! Den, der blasen kann.
Dann aufräumen. Ich hatte mich zwischenzeitlich festgewühlt. Mehr denn je. Wenn dir Zimmer für Zimmer wegfällt, du gucken musst, wo du alles, was noch an Baustoffen und Werkzeugen gebraucht wird, langern kannst. Aber … da hab ich jetzt den Durchbruch. Müll entsorgen ist eine gute Idee. Ich weiß ja nicht, wo all der Müll (Hauptsächlich Pappe und Verpackungen jedweder Art) immer herkommt … aber ich habe es endlich im Griff. Erstmal zumindest.
Ansonsten hätte ich nur erzählen können, wie gut ich mich finde. Echt. Ich sitze da bisweilen, sehe mich um, schaue dann auf meine Hände und denke immer: Krass, was ich alles kann. Da Eigenlob stinkt, lass ich das also hier. Ich meine … das Haus geht fast als bewohnbar durch. Die Wohnetage ist bis auf den Flur fertig (der kommt nächstes Mal dran, der Rest ist Winterarbeit, weil ich den Sommer nutzen werde, um draußen am Haus zu arbeiten) und es ist ein komisches Gefühl, morgens aufzuwachen und durch fertige Räume zu gehen. Echt. Richtig komisch. Komisch gut. Naja. Eigenlob und so. Und ich habe ein Fazit aus dem Ganzen gezogen. Ich würde es wieder und wieder und wieder machen. Es ist so zufriedenstellend, wenn man aus Nichts was Tolles macht. Und mit Nichts meine ich: Bisherige Investitionen (Baumaterialien) fürs Haus, gute 3000,-€. Das muss mir erstmal einer nachmachen, wenn man bedenkt, wie das Haus anfangs aussah … oh, es müffelt wieder.

Bautage 93 bis 96

Raum sechs von zehn ist fertig. Bis auf den üblichen Kleinkram.

 

 

Mir glaubt das immer keiner. Weil es nicht so aussieht. Weil es halt teurer aussieht. Ich rede da jetzt nicht von den Materialien fürs Haus, sondern von der Einrichtung (ich behaupte ja immer, a.) ich würde auf Sperrmüll wohnen und b.) ich könne ein ganzes Haus für weniger als 2000,-€ so einrichten, dass es perfekt ist) und die hat für das Wohnzimmer exakt und auf den Cent genau 229,99€ gekostet.

Drei Kissen achtzehn Euro. Neukauf, ich fand sie halt passend :-/
Überwurf für die Couch vier Euro.
Deckenlampe drei Euro.
Schaukelstuhl (das teuerste Möbel hier) vor vielen vielen Jahren mal fünfzig Euro
Pro Stuhl zehn Euro (ich bezahle nie mehr als zehn für einen Stuhl) macht sechzig.
Truhe und Tischchen vom Sperrmüll.
Hocker (war ein Konvolut und runtergebrochen sag ich mal) nen Zehner.
Sessel zwanzig Euro.
Der Berber hat ein Euro gekostet.
Bild fünf Euro.
Holzkoffer war mal ein Geschenk.
Sekretär dreißig Euro.
Esstisch gratis bei ebays Kleinanzeigen.
Tischdeckengedöns. Gesammelte Flohmarktwerke der letzten dreißig Jahre maximal fünf Euro.
Flickenteppich geschenkt, irgendwann mal.
Gardinen: Ikea 9,99 und 10,-. Gardinenstangen … ich glaube das ganze Set 15,-.
Kerzenleuchter 1,-€ pro Stück = vier. Tablett auf dem Tisch drei Euro.
Plissee ein Euro das Stück.

Passt, oder?

Fürs Protokoll Tag 91 & 92

Mehr als zwei Tage, habe ich effektiv nicht gearbeitet. Ich könnte in die Tischkante beißen, wenn ich realisiere, dass ich zwei Monate lang jetzt nichts geschafft habe. Jetzt dachte ich: Na gut, nächste Woche spielt das Knie wieder mit, dann … Und was ist? Es wächst und wächst nicht zusammen. Nach einer Woche sah die naht immer noch aus, wie frisch genäht. „Fahr doch trotzdem“, sagte Herr F, „machst, was geht. Hier mal eine Stunde, da mal eine. Ist doch egal, wie weit du kommst.“
Und so werde ich tun. Der Mann kennt mich und weiß, dass weiter nichts tun meiner Laune arg abträglich ist. Und so werde ich dir Tage rausfahren und auf´m Pöscher sitzen schauen, was ich machen kann. Letztes Mal hab ich stehend gemacht und das ist wahrscheinlich Mitgrund, dass das Knie noch nicht dicht ist.
So viel ist es nicht mehr, bis ich sagen kann: mittlerer Giebel fertig. Ich muss den Boden noch wachsen. Ich muss den Absatz streichen und die Wände untenrum ausbessern. Ich hab beim verfugen des Parketts den Rand gut eingesaut. Dann sauber machen, Fußleisten setzen an Podest und Tür und et voila! Dann muss ich nur noch in den Nachbarschaftsfunkt brüllen, dass ich Hilfe brauche. Mit dem Knie kriege ich die Möbel alleine nichts ins Wohnzimmer bewegt. Aber da bin ich guter Hoffnung. Denn … apropos Nachbarn … die sind hilfsbereit.
Als ich den Fußboden entgratete. Ich so: Huch, hab mich mit der Flex berührt. Dann sagte eine Stimme tief in mir: Mal berührt sich nicht mit einer laufenden Flex. Ich sah an mit runter, entdeckte einen Cut in der Hose, zog den etwas auf, um zu sehen was da drunter ist. Ich versuche es mal zu umschreiben. Ich sah Haut, die auseinander klaffte, darunter gelbes Fettgewebe, darunter rotes Fleisch. All das erkannte ich innerhalb einer Sekunde. Maximal. Es tat nicht weh. Echt nicht. Null. Es war nur eklig, das anzusehen. Da ist immer der Punkt, an dem ich kippen könnte. Ich also: Bis du jetzt den Verbandskasten ausgegraben hast (gut verbuddelt zwischen Werkzeug), ist alles rot. Also ging ich zum Nachbarn, läutete, sagte: „Ich hab mir ins Knie geflext, hast du eine Kompresse?“
Er lotste mich ins Hausinnere, seine Frau jiepte auf und meinte: „Soll ich einen Arzt anrufen?“ Ich fand die Idee gut. So war mein Plan. Kompresse, Druckverband, ins Auto setzen und zum nächsten Arzt fahren. Und den hatte ich hier noch nicht. Also einen vom Nachbarn vermitteln lassen. Läuft.
Oder ne, lief nicht. Denn sie rief nicht den Arzt, sondern den wählte die Nummer des Notrufes. Ich wusste von nichts. Bis sie mir das Telefon reichte. „Rettungsleitstelle. Was ist passiert?“ fragte eine männliche Stimme, „Sie haben sich ins Knie geflext? Wie starkt blutet es?“
Ich erklärte, dass ich Glück im Unglück hatte, ich kein Blaulichtalarm bräuchte. Sauberer Schnitt dank Fieberschleifscheibe. Unter Druckverband jetzt, kein Blut mehr.“
Zehn Minuten später stürmten zwei Sanitäter die Bude. Man besah sich das Knie und es sah aus, als sei da nichts. Ich hatte sauber verpresst und es war nur ein roter Strich zu sehen. „Nein, es Blut lief nur, da spritzte nichts …“
Oh man. Einmal im Krankenwagen in die nächste Klinik, wo meine schön verpresste Wunde wieder geöffnet wurde. Alter! Das war tief. Und der Doc hat da drin rumgewühlt. „Da ist ja Dreck drin“, meinte er.
Ach ne? Ich dreckig vom Scheitel bis zu den Socken. Wie sollte da wohl kein Schleifstaub sein? Ich habe alles vollgemehlt. Den Rettungswagen, den Wundraum. Alles.
So war das, genau.