Einen hab ich noch: Kitt!

Ich habe Unmengen von Silikon und Zementputz aus Schwundrissen gepult, um sie später mit ebensolchen Unmengen (um die acht Kilo) Kitt zu füllen. Selbstgemachten Kitt. Da werde ich noch etliche Kilo von versenken. Unglaublich viel Fassade, für ein so kleines Haus. Sagte auch das Tischlerlein: „Das ist viel Fläche, da solltest du ein Event draus machen; alleman her zum Gefache rausklopfen, sonst bist du da ewig und drei Tage bei …“ Sehr motivierend!

Je Kilo Kitt drei Teile Kreide, ein Teil feinen Holzstaub und Leinöl entsprechend der Konsistenz. Und nein, ich rege mich ab sofort nicht mehr über den Baupfusch auf, den das Haus erfahren hat. Auch nicht über die x Dosen Bauschaum, die man in den morschen Ständer (siehe Austausch dessen im vorletzten Post) gedrückt hat, um Mäuse davon abzuhalten ins Haus zu kommen.

 

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„Du bist ja fast fertig“

Und das aus dem Mund von Herrn F., der sonst immer nur sieht, was noch zu tun ist.
Aber auch er sieht mittlerweile, dass die ToDoListe schrumpft.
Innen ist es wirklich nicht mehr viel. Der untere Flur, das Gästezimmer, die Treppen aufarbeiten. Und der übliche Kleinkram, wie Lampen anbringen und so. Hier noch was ausbessern oder da und zack.
Draußen geht es voran. Mein Tischlerlein war da und wir haben dem französischem Balkon einen Außenrahmen verpasst.

 

Und wir haben den Ständer neben der Tür ausgetauscht. Ich hatte ein wenig Muffensausen, muss ich gestehen. Einfach den Ständer kappen und rausnehmen 😮 Da steht schließlich das Halbe Haus nebst Dachstuhl drauf. „Ich habe bei mir Balken weggenommen, das glaubst du nicht. Ich hatte erst auch Schiss, aber ich habe Marken gesetzt und nichts hat sich verschoben. Das stand zwei Monate so da.“
Also Kettensäge angesetzt und ab dafür. Wenn man sich mal so ansieht, wie so ein System trägt, passt das schon. Mulmig war mir aber trotzdem und ich war froh, als der Ständer wieder ganz war.

Jetzt stehen zweierlei Sachen an. Bei schlechtem Wetter der untere Flur, bei gutem – so ich kurzfristig das Rollgerüst bekomme (Nachbar C. will mir das organisieren), mache ich draußen weiter. Letzteres fände ich cool, was das hieße, ich bekomme zumindest den Innenhof komplett fertig. Wodurch man dann das Gefühl hat, das Haus sei fertig. Okay, die anderen Seiten muss man sich dann wegdenken. Aber ich kann die Rosen an die Hauswand setzen und hätte nächstes Jahr einen schnuckeligen und sauberen Hof. Ich mag dies Rot total und wenn da erstmal Rosen und Hortensien die Wände hochklettern wird das ziemlich hübsch werden.


Wie man sieht gibt es einen Unterschied. Ich finde es nämlich nur albern, wenn man die Gefache glatt anputzt, um daran optisch die Balken begradigen zu können. Aus gerade aufgemalt wird also schief angeputzt. Wie man es früher halt gemacht hat.

Schlampenhaushalt

Zumindest, was das Blog angeht. Wieder vernachlässigt. „Hier“ ist aber auch was los (OP und so …).
Ich habe gar nicht geguckt, wo ich stehengeblieben bin hier.
Also, wenn doppelt ist, übersehen. Bitte. Danke.
Ich geb einfach mal den aktuellen Stand durch: Acht von zehn Räumen sind fertig. Wollte ich eigentlich an der Fassade arbeiten, hat sich das gesundheits-bedingt zerschlagen. Knapp vorm Herbst jetzt, lohnt es sich nicht mehr, ein Gerüst aufzubauen. Ich bin aber angefangen. Untenrum. Macht keinen Sinn, ich weiß, aber wenn ich das schon gemachte gut abklebe, bevor ich die oberen Gefachreihen angehe, müsste das hinhauen. I hope so. Wenn nicht, bekommt Herr F. Schuld.
Auch der Gesamtplan ist durcheinander geraten. War angedacht erst Ende 2020 wirklich umzuziehen, wird es jetzt wohl Ende des Jahres werden. Zu den Hintergründen mehr, wenn es wirklich spruchreif ist.
Apropos untenrum. Ich frag mich andauernd, wie grundbescheuert man sein kann, Backsteine zu lackieren. Ich habe mir hier einen Wolf gefönt. Echt, bei 45° an der Hauswand, stehe ich genau da mit einem Heißluftfön in der Hand und versuche die Farbe runterzubekommen. Die Backsteine sind unwiderruflich versaut. Aber der Rotz muss runter, damit die Farbe später drauf halten kann. Die Fassadenfarbe, die auf der Lackschicht war, ist ja nicht ohne Grund abgeblättert. Sondern weil auf dem Lack nichts halten kann. Streichen werde ich den Stein dann mit meiner Leinölfarbe. Cooles Zeug das!
Und weil ich grad am Fönen war, hab ich dann auch die Dickschichtlasur von den Balken gefönt. 50 Stunden! Wirklich, ich habe fünfzig Stunden nichts anderes gemacht, als zu fönen. Wobei ich aber ganz nebenbei das Problem mit dem Farbkonzept für die Fassade lösen konnte. Ich habe nämlich das ursprüngliche gefunden unter dieser gottverdammten Dickschichtlasur (die echt verboten gehört, weil nichts schlechter ist für Hölzer jedweder Art). Rot und grün! Hab ich mich gefreut … Ich war echt unglücklich mit dem braunen Gebälk. Und dann habe ich recherchiert, wie das Haus im Ganzen ausgesehen haben kann. Ich wurde fündig, mit Hilfe von Cracks aus dem Fachwerkforum.  Erstaunlich, wie bunt Fachwerkhäuser früher eigentlich waren und wie Trist sie heute erscheinen, so einheitlich braun-weiß.
Und dann war der Tischler nach langer Zeit wieder da. Bei allem, was er sah, fragte er: „Das hast du auch alleine gemacht?“ Sein Fazit: „Dir müssen die Männer doch reihenweise zu Füßen liegen.“ Ich hab das mal so stehenlassen und das Kompliment dahinter angenommen. Morgen will er kommen und nochmal helfen. Der Außenrahmen für die Balkontür fehlt noch und wir wollen einen Eckständer austauschen.
Es geht also voran. Ach ja, der Kamin ist auch gekommen. Im nächsten Winter wird hier also nicht mehr gebibbert.

 

 

 

DIY und so.

Ich bin begeistert! Richtig sogar.
Der Zaun. Der ist noch nicht ganz tot, aber halb. Also, wenn es nicht schlimmer wird, hält er noch ein paar Jährchen. Das heißt, ich muss dafür sorgen, dass es nicht schlimmer wird.
Also nochmal lacken? Mitnichten. Lack im Außenbereich ist eh nicht wirklich langfristig haltbar. Dazu ist es so, dass wenn ich das alte und rissige Holz lackiere, wird es fleißig weiter reißen. Der Lack also zeitnah wieder blättert. Dickschichtlasur? Gehört meiner Meinung nach verboten, weil sie zu nichts gut ist, außer schön auszusehen, kurzfristig. Es schmiert das Holz dicht und wie bei Lacken ist es so, dass es blättert auf dem Untergrund, den ich gerade zur Verfügung habe. Normale Lasur? Bringt noch weniger. Ich könnte es mit meinem Kalklack versuchen, was wahrscheinlich besser halten würde, als alles Käufliche, aber nein. Das ist nicht das richtige.
Ich mutiere mehr und mehr zum Bauöko.
Ölfarbe. Damals – ich bin echt alt – als ich das erste mal selbst etwas anpinseln wollte, ich war wohl fünfzehn Jahre jung oder so. gab es sie noch zu kaufen. Auch wenn es da schon Kunstharzlacke gab, man verwendete sie noch. Bis sie schließlich in Vergessenheit geriet. Will man heute gute Ölfarbe kaufen, bestellt man die am besten in Schweden. Kein Witz. Wir Deutschen haben da auf voller Linie verkackt.

So kaufte ich Leinöl. Schlichtes Leinöl. Dazu Titandioxyd … das ist das Zeug, mit dem man Zahnpasta und so herstellt – ja, ich weiß, es soll krebserregend sein. Aber! Man soll Zahnpasta ja auch nicht essen und es wird ganz sicher niemand am meinem Zaun lutschen und da Titandioxyd nicht wasserlöslich ist, würde selbst in dem Fall, jemand hätte das Bedürfnis dran zu lecken, nichts passieren.

Frisch ans Werk. Öl in einen kleinen Eimer, Pigmente dazu, umrühren. Und was soll ich sagen? Ohne, dass ich die Farbe habe sumpfen lassen (was man 24 Stunden machen sollte) deckt die jetzt schon gar fantastisch. Der einzige Unterschied zu gekaufter Ölfarbe ist der, dass ich keine Härter drin habe. Unter 48 Stunden Trocknungszeit geht da also nichts. Ich könnte noch Sikkative zugeben, aber wofür? Das trocknet schon irgendwann.
Achso, noch schnell erzählt, was Ölfarbe kann, das anderes Zeugs nicht kann.
Sie bleibt elastisch und reißt nicht.
Sie ist trotz deckenden Anstrichs diffusionsoffen.
Und sie ist ein natürlicher Holzschutz. Dazu hat Titandioxid es einen weiteren Brechungseffekt als jedes andere Pigment, ist also weißer. Was es in der Anwendung sparsam macht.
Passt.

 

Und falls sich wer wegen gestern wundern.
Nein, ich streiche das Haus nicht bunt. Allein deswegen, weil ich dann sicher keinen Schutzstatus fürs Häuschen kriege. Aber mal so unter uns: Ich hätte schon Bock auf bunt.

Basteln mit Frau Dingens

Ich hab da ein paar Projekte. Neulich, ich hatte Basteltag, hab ich ein Whiteboard gemacht. Ich finde die Teile ober praktisch, aber auch potthässlich. Also: Alter güldener Bilderrahmen mit Glasscheibe, Scheibe (Rückseite) einpinseln mit Kreidefarbe, fertig. Ne, Foto habe ich nicht, aber wenn ich zufrieden bin, ist das schon richtig 😉 Da meine Farbe mich quasi nichts kostet und der Bilderrahmen auf Halde lag … 0,50 Euro hat mich die Tafel wohl gekostet.
Tja und jetzt? Ich habe Baupause (fragt nicht, ich muss [sollte, ich muss gar nichts] Arbeits- und Ruhezeiten 1:1 auspendeln und auch einhalten). Ich wusste, dass das zwei Wochen Pause bedeutet. Also dachte ich, ich nehme die Nähmaschine mit. Hab ich doch endlich Stoff gefunden, der gut in die Wohnküche passt, und wollte Vorhänge nähen. Nähmaschine vergessen.
Da irgendwie alles, womit ich kreativ werden könnte, im Häuschen ist, steh ich da mit freundlichem Gesicht. Eine Woche gar nichts machen geht ja noch, aber mehr?
Ton kaufen. Entwürfe überlegen und anfertigen und dann in Produktion gehen. Von was? Fliesen. Ernsthaft. Dass ich auf die Idee nicht vorher gekommen bin; ich hätte mir die Rennerei wegen des Bades sparen können.
Ich erklär mal, was ich vorhabe. Unten im Flur ist der Anschluss für die Waschmaschine. Und da liegt er auch genau richtig. Ich fand das erst doof, aber so konnte ich den Platz in der Küche (die ja nur unwesentlich mehr als sechs Quadratmeter hat) und im Bad (mit sieben) voll ausnutzen, ohne daran denken zu müssen, wie ich die Waschmaschine da unterbringe.
So. Nun ist es aber doof im Eingangsbereich (der ja, egal wie groß oder klein er ist) die Visitenkarte eines jeden Hauses ist, macht sich eine Waschmaschine da nicht so doll.
Dazu dachte ich: Geschirrspüler ist auch nicht verkehrt. Mag sich komisch anhören, den Geschirrspüler in die „Waschküche“ zu stellen, hatte ich aber früher – da hatte ich auch eine solche Zwergenküche – schon, und ich fand das ganz praktisch. Also sollen Waschmaschine und Geschirrspüler in den Flur. Hm?!
Hatte ich überhaupt gezeigt, wie ich das mit der Küche final gelöst habe? Ich wollte es ja nur halboffen haben. Falls ja, sorry für die Wiederholung.

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Wo ich das gerade sehe, ich hab immer noch keine passende Lampe … Nicht vergessen, sowas guckt sich schnell weg.

So. So und nicht anders werde ich das auch im Flur machen. Ich mauere die Maschinen ein, baue eines der alten Stallfenster ein, hau mir noch eine Arbeitsplatte über die Geräte und et voilà: Fertig ist die schön verpackte „Waschküche“.
Falls da doch mal jemand genauer hinschaut, soll das Ganze bitte ansehnlich sein. Nicht nur dafür, ich mag es auch in der Ecke schön haben.
Und dafür brauche ich Fliesen. Ja, die müssen dafür nicht sonderlich schön sein. Eigentlich bekommt die niemand außer mir zu sehen, aber da ich grad eine Pausenbeschäftigung suche …
Der Bau der Waschküche wird nicht morgen sein. Das ist nach hinten gerückt, weil es ist Sommer. Und was sollte man machen, wenn es schön ist? Richtig, Außenarbeiten. Das Baugerüst darf kommen. Leute. Mir geht jetzt schon die Düse. Ihr wisst ja, ich bin null kopffest 😮

Ausgangssituation Flur, oder – wie ich es nenne – Vorhof zur Hölle:

Mein Neuer kann auch blasen

Jaja, ganz flaches Niveau, aber so isse nun mal.
Nachdem ich jetzt den zweiten Staubsauger verheizt habe – Kalkstaub ist da echt ein Mörder -, hat Herr F. gemeint, es müsse was gescheites her. Wusstest ihr, dass es blasende Staubsauger gibt? Da saugst du das Haus, holst damit das Wasser mit aus dem Keller oder pustest das Laub mit weg. Wobei ich letzteres nie tun werde! Nie! Ich bin gespannt, ob das teure Teil mehr kann, als seine günstigen Artgenossen. Oder zumindest länger überlebt.

Schreibfaul. Was ein Elend. Wollt ihr mal einen Einblick in das dahinter?
Das fing damit an, dass ich vor ein paar Wochen ins Haus fuhr. Ich sah das Elend kommen. Dachte noch: Brems doch! Und dann knallte der LKW schräg vor mir (er rechts, ich in der Mitte) ungebremst aufs Stauende. Er war sofort tot. Wer mich kennt, weiß, dass ich da empfindlich bin. Sehr sehr empfindlich. Und irgendwie hatte ich keine Lust das zu erzählen, aber auch keine Lust, darüber hinwegzusehen. Da ist vor meiner Nase ein Mensch gestorben, verdammte Scheiße!

Wobei es so viel Spannendes auch nicht gab. Ich hab halt das Übliche gemacht. Verputzen, Streichen, Lasieren, Lackieren. Und putzen. Ich putze und putze und putze und hoffe irgendwie, dass ich irgendwann mal gegen den Baustaub gewinnen werde. Da zähle ich auf den Neuen! Den, der blasen kann.
Dann aufräumen. Ich hatte mich zwischenzeitlich festgewühlt. Mehr denn je. Wenn dir Zimmer für Zimmer wegfällt, du gucken musst, wo du alles, was noch an Baustoffen und Werkzeugen gebraucht wird, langern kannst. Aber … da hab ich jetzt den Durchbruch. Müll entsorgen ist eine gute Idee. Ich weiß ja nicht, wo all der Müll (Hauptsächlich Pappe und Verpackungen jedweder Art) immer herkommt … aber ich habe es endlich im Griff. Erstmal zumindest.
Ansonsten hätte ich nur erzählen können, wie gut ich mich finde. Echt. Ich sitze da bisweilen, sehe mich um, schaue dann auf meine Hände und denke immer: Krass, was ich alles kann. Da Eigenlob stinkt, lass ich das also hier. Ich meine … das Haus geht fast als bewohnbar durch. Die Wohnetage ist bis auf den Flur fertig (der kommt nächstes Mal dran, der Rest ist Winterarbeit, weil ich den Sommer nutzen werde, um draußen am Haus zu arbeiten) und es ist ein komisches Gefühl, morgens aufzuwachen und durch fertige Räume zu gehen. Echt. Richtig komisch. Komisch gut. Naja. Eigenlob und so. Und ich habe ein Fazit aus dem Ganzen gezogen. Ich würde es wieder und wieder und wieder machen. Es ist so zufriedenstellend, wenn man aus Nichts was Tolles macht. Und mit Nichts meine ich: Bisherige Investitionen (Baumaterialien) fürs Haus, gute 3000,-€. Das muss mir erstmal einer nachmachen, wenn man bedenkt, wie das Haus anfangs aussah … oh, es müffelt wieder.