Verliebt ich bin

Weil ich gerade Fotos ansehe. Wenn es irgendwann mal fertig sein wird (ToDo: Revisionsklappe Wanne, Armaturen und Spüldingens, Tür und Podest streichen, Durchlauferhitzer anbringen) … hach!

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Beichte oder so

Frau Fjonka kann da nichts für. Sie gab via Mail ihr Bestes, was da war, dass sie mich daran erinnerte, dass ich keine Möbel mehr anschleppe. Nicht sie hat also versagt, sondern ich und zwar nur weniger Tage nach ihrer letzten Mail.
Ich muss zu meiner Verteidigung anmerken, dass ich quasi keine Wahl hatte. Nicht sofort brauchte ich sie, die Bücherregale, aber über Kurz oder Lang … Und dann waren sie da, auf meiner Lieblingsplattform. Drei baugleiche Exemplare die sogar passten. Nicht nur von der Breite her kann ich sie nebeneinander aufstellen, vor allem kriege ich sie überhaupt rein. Die Deckenhöhe im Büro gibt da arg strenge Regeln vor. Normale Bücherregale passen einfach nicht. Hätte ich nicht zugeschlagen, müsste ich spätestens in zwei Monaten loslaufen und mit Gewalt welche suchen, die passen. Was dann auch deutlich teurer sein dürfte, als 50,-€ für drei Massivholzregale. Wobei das wohl weniger am Preis gescheitert wäre, als vielmehr an der niederen Deckenhöhe. You know? Und wenn ich nächstes Mal das Wohnzimmer (hoffentlich) fertigbekomme, ist das mit dem schrumpfenden Platz auf der Baustelle auch wieder nicht mehr ganz so schlimm. Ihr erkennt, ich hatte wirklich keine Wahl.

Bautage 71 bis 79

Ich bin so froh, dass das Geturne vorbei ist. Naja, einstweilen. Ich mag noch nicht daran denken, dass die Fassade … Baugerüst und so. Voll mein Ding!

Ich habe nicht wirklich viel geschafft. Das Turnen oben hat mich echt Nerven gekostet. So sehr, dass ich mich eines Abends nur kurz hinlegen wollte, es war vor sieben Uhr, und einpennte. Bis zum nächsten Morgen um vier. Stress (mit Höhenangst waghalsig umherturnen) macht müder als das Arbeiten selbst.
Was hab ich nun gemacht? Na, den Trockenbau verputzt und gestrichen. Die Gefache habe ich so gelassen. Klar, da ist der Lehm nicht mit Kalk verputzt, aber mit Gips und das geht gerade noch so. Dann habe ich das Fachwerk gestrichen. Der Balkontüre schenkte ich eine neue Leibung. Der Schornstein bekam seine Verblender zurück. Mal wieder habe ich einen Tag lang aufgeräumt … das hört irgendwie nie auf … und überlegt, wie ich das nun mit den Fliesen mache.
Ich dachte ja, jetzt, da wir die Balkontür höher eingebaut hatten, hätte ich ausreichend Platz um Dielen zu verlegen. Denken und Pferde und so. Dann dachte ich, ich fliese dann halt vor der Tür längs. Pustekuchen. Inklusive Ausgleich, Entkopplung und Fliesen komme ich auch zu hoch. Hin und her gedacht. Gesurft bis ich doppelt sah. Ich will will will da einfach einen Holzfußboden. Das Einzige, das bleibt, ist also Stäbchenparkett. Jesus, Maria und Joseph, ist das teuer!
Außer man findet bei ebay ein Gebrauchtes – 22m² – für 80,-€. Passt ins Budget, treibt aber die Bauzeit hoch. Wenn man nicht gerade im Bodenbau arbeitet und täglich ein Fischgrätmuster verlegt, dauert das sicher deutlich länger, als würde man mal eben g`schwind ein paar Dielen in den Raum werfen. Ich glaube aber, dass ich Spaß daran haben werde. Meditatives Puzzeln und so. „Kauf dir Knieschoner“, meinte Herr F. und ich denke, er hat recht. Das wird eine lange Zeit, die ich bodennah zu tun haben werde. Zumal ich das Parkett vorher noch säubern muss, also von Kleberesten befreien und so.

 

Achso. Ich habe die Ecke hinter dem Schornstein neu dämmen müssen. Das war mir gleich bei der ersten Besichtigung klar. Der Travestiekünstler hatte da ein Stück Decke offen gelassen und man sah, dass da irgendwas nicht ganz sauber war.

Ich habe den Täter eruiert. Dachte ich erst an einen Marder, erklärte mir das www, dass Marder nicht derartige Latrinen bauen. Das täten andere Tierchen aber. Es war also Herr oder Frau Waschbär. Bei uns im ganz hohen Norden wäre das eine Sensation, in Niedersachsen ist sowas wohl normal wie Mäuse im Haus. Ich bin Herrn oder Frau Waschbär dankbar für ihren Aufenthalt. Denn ohne dies hätte ich den Schornstein nicht entkleidet, wodurch ich dann auch nicht festgestellt hätte, dass dahinter ziemlich viel Murks gemacht wurde.
Was man oben hinter den Schornstein legte, kam unten im Stall wieder raus. Okay, ich muss die Stalldecke eh neu dämmen (echter Murks), aber dass da ein fußbreiter Spalt ist …

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Kann man so machen, ist dann aber kacke. Jetzt ist alles dicht. Soweit es dicht sein kann. Es pfeift hier und da durch Risse in den Balken, aber das sollte sich legen, wenn ich die mit Hanf verstopft habe.

Ich verabschiede mich mit dem aktuellen Istzustand.

<3

Die sich verändert habende Lebensplanung der Vorbesitzerin ist Hauptgrund dafür, dass sie das Häuschen verkaufte. Es passte nicht mehr ins Konzept. Jetzt, etwas über ein Jahr später, ist alles anders und es würde wieder passen.
„Bereust du den Verkauf?“ frug ich, als wir irgendwann nach Mitternacht „übrig“ geblieben waren.
Das tut sie nicht und, was mich einmal von oben bis unten salbte: „… ich hätte in hundert Jahren nicht geschafft, was du in einem Jahr hier gerissen hast.“
So viel Lob gestern. Ich vergesse immer alles. Ich sehe all das nicht mehr. Schön, dass andere mir das immer wieder aufzeigen ❤

Wasserstandsmeldung

Ruhig hier. Nicht, dass ich zwischendurch nicht im Haus war. War ich. Aber ich war da hauptsächlich mit Aufräumarbeiten beschäftigt und die zählen dann auch nicht zu den Bautagen. Auch jetzt bin ich da, aber es geht erst morgen wieder mit dem Arbeiten los. Der mittlere Giebel ist dran, sprich, das Wohnzimmer. Heute wird mein vorgestriger  Geburtstag mit dem schwulen Pärchen, der Duschnachbarin nebst Gatten und der Vorbesitzerin nachgefeiert.
Herr F. war zwischenzeitlich auch im Haus. Das erste Mal seit über einem Jahr. Als es darauf hinauslief, sagte ich: Mir graut etwas davor, weil du immer erstmal siehst, was noch gemacht werden muss, und nicht, was schon alles geschafft wurde. Was dann auch so war, aber er betonte dazu, dass man sieht, wie viel Liebe und Herzblut ich ins Haus stecke. Und dann saß er unten in der Wohnküche und sagte: „Wenn ich hier so sitze, habe ich das Gefühl Kinderschritte zu hören.“ Womit er es auf seine Weise auf den Punkt brachte. Die Geschichte des Hauses (Küsterhäuser waren in der Regel auch Schulhäuser) ist überall spürbar. Wir sind ein gutes Team, das Haus und ich. Es ist einfach da, wie es immer da war, und ich kitzle raus, was es mich spüren lässt das in ihm liegt.
Zumindest hat Herr F. den Schock der ersten Besichtigung im letzten Oktober verdaut und erkennt jetzt, welches Potential das Haus wirklich hat. Ja, es sah hier wirklich ganz ganz ganz schlimm aus …

ToDo „nächstes“ Mal

Schrank im Ankleidezimmer aufbauen. Easypeasy.
Dann geht es wieder richtig rund. Das obere Wohnzimmer ist dran. Also einmal alles leerräumen (das war das letzte Jahr ja meine Tischlerei 😉 ), den Schornstein teilweise entkleiden, dahinter dämmen … aus irgendwelchen Gründen hat man das nicht gemacht. Dann den Rigips neu aufbauen. Dann ist der Boden dran. Der Ofen soll zeitnah rein, und so ist das wichtig. Boden entkoppeln in der Ecke, Fliesen legen und gut.
Fensterleibung neu aufbauen.
Warmluftschacht in den oberen Giebel anlegen.
Wände verputzen und streichen. Balken nachlasieren.
Dielen verlegen und anschließend seifen.
Tür Lackieren und last but not least den Ofen aufstellen und anschließen. Ende.
Wenn ich das Zimmer fertig habe, ist das allerschlimmste wirklich geschafft. Hier sind viele „Kleinigkeiten“ auf einmal und wenn man mich fragt … ich verputze lieber Lehmwände, weil das schneller und mir besser von der Hand geht.

Edit:
Apropos Lehmwände. Ich komme nicht weiter gedanklich. Mal wieder. Die Gefahr mich langsam festzuwühlen nimmt zu. Das „Büro“ ist Möbel- und Werkzeuglager. Mein sonstiges persönliches Hab und Gut ist im oberen Giebel deponiert. Egal welches Zimmer ich nach dem Wohnzimmer mache, es wird langsam geballt chaotisch und je weiter ich dem Ende entgegenkomme, umso unübersichtlicher wird das Chaos. Ich sollte den unteren Flur leerräumen, um wenigsten die Werkzeuge aus dem Weg zu kriegen 😮
Also weiter laut gedacht … Ist das Wohnzimmer fertig, kriege ich einen Teil der Möbel aus dem Büro raus. Hm. Wenn ich dann das Büro mache, kann ich das einrichten (ich war ja wieder auf ebays Kleinanzeigen unterwegs und hole nächstes Mal einen Sekretär aus der Zeit Louis Philippe und eine kleine Anrichte … STOPPPPP! Ich darf keine Möbel mehr holen.
Schreibdenken hilft immer. Wohnzimmer, Büro, oberer Giebel (der dann halbwegs leer sein dürfte, wenn ich die unteren Räume eingerichtet habe). So herum. Und Möbelsammelverbot. Kann man mich bitte an Letzteres erinnern? Ich hab doch den oberen Giebel noch nicht eingerichtet … und die Sache mit dem willigen Geist und dem schwachen Geist und so! Wenn da mal wieder was zu verschenken ist. Hilfe. Bitte!

Einer noch …

Die Dörfler sind echt süß. Frau Duschnachbarin packt mit an, wenn es was zu schleppen gibt: „Mach das bloß nicht alleine“. Sie kommt fast jeden Abend um zu schauen, was sich verändert hat. „Weißt du eigentlich, wie schön das aussieht, wenn hier abenbs alles beleuchtet ist?“
Ich weiß es, ja. Ihr Mann ergänzte das am Tag darauf: „Und wenn im Giebel Licht brennt, ist durch deine Glaswand das ganze Dorf hell erleuchtet.“
Als ich abfuhr … abfahren wollte und gerade am Packen war … sah ich, wie draußen ein Ehepaar (irgenwdas zwischen siebzig und achtzig Jahren) mit langen Hälsen vor der Pforte standen und einen Blick erhaschen wollten. Mir war nicht wirklich nach Sabbeln, aber sie warteten regelrecht auf mich, um mir zu erzählen, wie schön auch sie es finden, dass wieder Leben ins alte Häuschen kommt und wie toll es aussieht, wenn abends Licht brennt. „Wir haben vor vierzig Jahren auch ein altes Fachwerk gekauft, hinten, das lange an der Wispe. Das hier stand viel zu lange leer und wir freuen uns wirklich, dass sie es wiederbeleben. Da haben Sie wirklich ein schönes Haus gekauft. Wenn Sie fertig sind, damit (sie wies dabei auf das seit fünf, sechs Jahren leerstehende Nachbarhaus) ja weitermachen.“ *** Ich grinste in mich rein.
Manchmal bitte ich Menschen dann auch rein. Aber ich war quasi schon nicht mehr da und nächstes Mal … dann mach ich das. Die waren so süß. Als ich ein letztes Mal reinging, um die Reste zu holen, sah ich, wie die Dame die Neugier dann doch noch überkam und sie sich die Nase am straßenseitigen Wohnzimmerfenster plattdrückte …

***Das Nachbarhaus hat man leider in den Siebzigern in Teerpappe verpackt, und unter sowas findet man selten etwas Gutes. Ansonsten fände ich den Gedanken in der Tat reizvoll.

Und dann hat es pling gemacht!

Ich war so unzufrieden mit dem „Treppenhaus“. Vor allem die Treppe in den Giebel war mir ein Dorn im Auge. Ich finde die soooo schlimm! So schlimm, dass ich am liebsten die alte Treppe wieder einbauen wollen würde. Was ich natürlich nicht mache, weil das weniger eine Treppe ist, als vielmehr eine nur fünfundvierzig Zentimeter breite Stiege.
Dann saß ich auf der unteren Treppe und sah mir das Elend an.


Null Idee wollte kommen. Mal wieder. Man sieht sehr deutlich, wie die Treppe nachgedunkelt ist, und da, wo (gutgemeinterdings) die Pappen eben dies verhindert haben. Also … allein deswegen muss ich die (neue) Treppe bearbeiten. Dazu passt dies Buchemonster einfach nicht ins Haus.
Und dann, ich war schon wieder im Häuschen am Meer, und lag den Schmerz wegvegetierend auf dem Sofa rum, kam es.

Ich versuche das mal anhand eines alten Fotos zu erklären.

1

Ich werde eine Wand aus OSB-Platten aufstellen (roter Strich), die vom Absatz der unteren Treppe bis zu dem Absatz (grüner Pfeil) reichen wird und oben eben mit der Decke abschließen wird. Dort hinein werde ich die zwei alten Fenster verbauen, die ich vom Bruder bekam (Fenster drei wohnt jetzt ja in der Küche). Ein Fenster vor der Wange der Treppe (gelber Pfeil), eines dahinter (blauer Pfeil). Von der Höhe her dann auch versetzt verbaut.
Dann werde ich die Wand verputzen, die Fenster rahmen, alles weiß streichen. Auch die Wangen beider Treppen werden weiß, und die Tritte/Stufe werde ich schwärzen. Ebenso wie die Handläufe.
Das (auch wenn das vielleicht nicht verständlich ist, ich hab das nunmal so vor Augen) hat zweierlei Vorteile. Einmal habe ich das Loch (das so, wie es da offen ist, saugefährlich ist) endlich sicher geschlossen kriege (um die zehnmal bin ich schon fast reingetreten …), dann stört es nicht, dass die Treppe nach oben hin offen ist, weil genau das dann so sein muss, um Licht ins Dunkel zu bringen (die Fenster helfen da auch bei), und es wird stimmig rund.
Wie ich diese Momente liebe, da der Groschen fällt.

Hat irgendwer auch nur ein Wort davon verstanden?